Berichte aus der Gemeinde

Gemeindekonzeption

der Evangelischen Kirchengemeinde Uerdingen

 

Vorläufige Version 2019

 

1.Geschichte und Gegenwart der Evangelischen Kirchengemeinde Uerdingen

 

Die Evangelische Kirchengemeinde Uerdingen ist am 13. März 1848 durch königlichen Erlass des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. gegründet worden. Damals reichte das riesige Gemeindegebiet von Hohenbudberg im Norden bis Haus Meer im Süden. Ein erster evangelischer Gottesdienst ist unter großer öffentlicher Beachtung schon am 18. Februar 1846 in Uerdingen gefeiert worden.

 

Heute erstreckt sich die Kirchengemeinde über die Krefelder Stadtteile Uerdingen, Hohenbudberg, Linn und Gellep-Stratum. Nach Osten begrenzt der Rhein die Gemeinde (und den Evangelischen Kirchenkreis Krefeld-Viersen). Nach Westen ist sie durch die Autobahn A 57 von den anderen Krefelder Stadtteilen getrennt. Im Norden liegen die Kirchengemeinden Krefeld-Nord, Rumeln-Kaldenhausen und Kapellen, im Süden die Tochtergemeinde Lank (zu Meerbusch).

 

Das Bekenntnis war von Anfang an uniert; durch die Entstehungsgeschichte ist die Gemeinde ursprünglich reformiert geprägt (anfängliche Zugehörigkeit zum Kirchenkreis Moers; erste calvinistische Bürger Uerdingens stammten aus den Niederlanden). Nach dem 2. Weltkrieg wuchs die Gemeinde vor allem in Linn; dort wurden sehr viele Flüchtlinge und Vertriebene angesiedelt, die ihre lutherische Tradition mitbrachten. In Hohenbudberg breitete sich das Bayer-Werk aus (heute Chempark), sodass hier nur noch wenige Wohnhäuser vorhanden sind. In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die Außenbezirke der Stadt Krefeld verstärkt besiedelt, so auch Gellep-Stratum.

 

Die Gemeinde hat ihre Präsenz über das Gemeindegebiet verteilt: Die Michaelskirche mit der Turmkapelle steht am Anfang der Uerdinger Fußgängerzone; die Johanneskirche findet sich in Linn am Greiffenhorstpark; ein Gemeindehaus steht an der Bergstraße im Uerdinger Nordwesten. Die Kindertageseinrichtung ist z.Zt. ausgelagert in das ehemalige Gemeindehaus in Gellep-Stratum. Ein Neubau an alter Stelle an der Kastanienstraße im Uerdinger Norden ist in Planung. Das Alten- und Pflegeheim „Haus im Park“ befindet sich im Uerdinger Nordwesten, Rücken an Rücken mit dem Gemeindehaus Bergstraße.

 

 

2. Grundlagen gemeindlicher Aufgaben und Arbeit

 

Die Evangelische Kirchengemeinde Uerdingen nimmt ihren Auftrag gemäß der presbyterial-synodalen Verfassung unserer Evangelischen Kirche im Rheinland im Rahmen und auf der Grundlage der kirchlichen Ordnung in eigener Verantwortung wahr.

„Gebunden an Jesus Christus, den Herrn der Kirche, und in der darin begründeten Freiheit erfüllt die Evangelische Kirche im Rheinland ihre Aufgaben, wacht über die Lehre, gibt sich ihre Ordnungen und überträgt Ämter und Dienste.

Sie trägt die Verantwortung für die lautere Verkündigung des Wortes Gottes und für die rechte Verwaltung der Sakramente. Sie sorgt dafür, dass das Evangelium gemäß dem in den Gemeinden jeweils geltenden Bekenntnis im Lehren und Lernen, Leben und Dienst bezeugt wird.

Sie stärkt ihre Mitglieder für ein christliches Leben, ermutigt sie, ihre unterschiedlichen Gaben einzubringen und fördert das Zusammenleben der verschiedenen Gruppierungen.

Sie hat den Auftrag zur Seelsorge, zur Diakonie, zum missionarischen Dienst, zur Kirchenmusik und zur christlichen Erziehung und Bildung.

Sie fördert das christlich-jüdische Gespräch und pflegt die ökumenische Gemeinschaft der Kirchen.

Sie nimmt den ihr aufgegebenen Dienst im öffentlichen Leben wahr. Sie tritt ein für die Beachtung der Gebote Gottes, für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und der Heiligung des Sonntags und der kirchlichen Feiertage.“ (Artikel 1 der Kirchenordnung)

 

 

3. Verkündigung des Wortes Gottes in Gottesdiensten

 

Der Gottesdienst ist die zentrale Wesensäußerung der Kirche. Das Evangelium, die frohe Botschaft, dass Gott den Menschen auf allen Wegen begleitet, findet hier in angemessener Form seinen Ausdruck.

 

An jedem Sonn- und Feiertag wird abwechselnd in der Michaelskirche in Uerdingen und in der Johanneskirche in Linn Gottesdienst gefeiert.

 

Darüber hinaus finden weitere Gottesdienste statt, die spezielle Zielgruppen ansprechen oder von einzelnen Gemeindegruppen gestaltet werden:

  1. Kindergartengottesdienste im Kindergarten und als Familiengottesdienste in der Michaelskirche
  2. Kindergottesdienst-Samstag einmal im Monat im Gemeindehaus Bergstraße
  3. Schulgottesdienste mit Grund- und weiterführenden Schulen (manche monatlich, andere zu besonderen Terminen am Schuljahresanfang und –ende, Schulabschluss, Weihnachten, Ostern usw.; in der Regel im Wechsel mit den katholischen Gottesdienstleitern)
  4. Altenheim-Gottesdienste in allen drei Heimen auf dem Gemeindegebiet, jeweils monatlich
  5. Gottesdienste aus besonderem Anlass oder an besonderen Orten: Abendmahl an Tischen am Gründonnerstag in der Johanneskirche, Passa-Abendmahl am Gründonnerstag im Gemeindehaus Bergstraße; Sommergottesdienste an der Hausenhof-Kapelle in Linn; Bußgang am 10. November zum Gedenken an die Pogrom-Nacht in Uerdingen; usw.
  6. Gottesdienste in ökumenischer Verbundenheit am 31.12. in Linn, am 1. Januar in Uerdingen, am Weltgebetstag, am 2. Pfingsttag;

ökumenische Gottesdienste aus besonderen Anlässen: zum Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr, zur Eröffnung des Flachsmarktes, zu Schützenfesten, zu Vereinsjubiläen usw.

 

Gottesdienste zu Bestattung, Trauung und Ehejubiläen bilden einen eigenen Schwerpunkt der Gemeindearbeit, da hier in besonderer Weise Verkündigung und Seelsorge miteinander verbunden sind. Dazu zählen Vorbereitungs- und Nachbereitungsgespräche sowie die Begleitung im Rahmen der Familien.

 

 

4. Verwaltung der Sakramente

 

Die Gemeinde legt Wert darauf, dass Taufen in den Sonntagsgottesdiensten gefeiert werden. Festgeschriebene Taufsonntage gibt es nicht, vielmehr gemeinsame Absprachen mit den Tauffamilien. Ausnahmewünsche werden nur in besonders begründeten Fällen auf Beschluss des Presbyteriums hin berücksichtigt. Ausgenommen von dieser Regel sind Nottaufen.

 

Das Heilige Abendmahl wird in beiden Kirchen in der Regel einmal im Monat gefeiert: in der Michaelskirche am 1. Sonntag und in der Johanneskirche am 2. Sonntag im Monat. Darüber hinaus wird am 1. Weihnachtstag, am Gründonnerstag, am Karfreitag, am 1. Ostertag, am 1. Pfingsttag, am Ewigkeitssonntag, in den Konfirmations- und Goldkonfirmationsgottesdiensten in beiden Kirchen das Abendmahl gefeiert.

 

Entsprechend den unterschiedlichen Traditionen in unserer Gemeinde gibt es in beiden Kirchen verschiedene Abendmahlsliturgien entsprechend Grundform II; in Linn wird an den Ersten Feiertagen und am Ewigkeitssonntag außerdem die lutherische Form (Grundform I) gewählt. Gemeinsam ist allen Formen, dass die Teilnehmenden im Kreis um den Abendmahlstisch stehen. In der Johanneskirche wird immer mit Oblaten und Wein gefeiert.  In der Michaelskirche werden Matzen gebrochen und bei jedem 2. Abendmahl der Wein durch Traubensaft ersetzt. Hier werden neben dem Gemeinschaftskelch auch Einzelkelche gereicht.

 

In den konfessionellen Altenheimen wird einmal im Quartal das Heilige Abendmahl gefeiert.

 

Darüber hinaus wird Menschen, die ihre Wohnung aufgrund von Alter und Krankheit nicht mehr verlassen können, das Hausabendmahl angeboten.

 

 

5. Kinder- und Jugendarbeit/Kirchlicher Unterricht

 

Als Träger einer Kindertageseinrichtung nimmt die Gemeinde ihre Verantwortung im Bereich Erziehung und Bildung ernst und gestaltet sie in enger Absprache mit den Erzieherinnen und Eltern zum Wohl der Kinder. Die Schwerpunkte der Arbeit sind in einer eigenen Konzeption festgelegt.  

 

                                                                                               

            - die neue Version wird später ergänzt –

 

 

Derzeit ist die Kita ausgelagert. Ein Neubau an alter Stelle an der Kastanienstraße in Uerdingen ist in Planung.

 

Der Kirchliche Unterricht findet – entsprechend dem landeskirchlichen Rahmenplan – innerhalb eines Jahres statt. In Zukunft werden die Jugendlichen in einer Gruppe zusammengefasst. Die derzeitige Organisationsform ist monatlicher Blockunterricht am Samstag. Dazu gehört eine Rüstzeit für mehrere Tage in den von Bodelschwinghschen Stiftungen in Bethel. Die regelmäßige Teilnahme der KonfirmandInnen an den Gottesdiensten ist fester Bestandteil des kirchlichen Unterrichts.

 

Ein enger Kontakt zu den Schulen im Bereich der Gemeinde – über die Schulgottesdienste hinaus – ergibt sich durch Unterrichtsbesuche und durch die Beteiligung einer Schule an dem Bußgang zur Pogromnacht. Die Teilnahme der Pfarrer an den Fachschafts-Konferenzen Religion sichert einen guten und tragfähigen Kontakt zu den FachlehrerInnen.

 

Im Gemeindehaus Bergstraße unterhält die Gemeinde eine öffentliche Bücherei mit Medien für Kinder und mit Literatur zu Erziehungsfragen.

 

 

6. Erwachsenenarbeit

 

Eine „tragende Säule“ der Gemeindearbeit ist die Frauen- und die Seniorenarbeit.

 

Die Frauenhilfe Uerdingen im Gemeindehaus Bergstraße und der Seniorenkreis in der Johanneskirche bieten in je unterschiedlicher Form, zu je unterschiedlicher Zeit Möglichkeiten, Lehre, Leben und Dienst in der Gemeinde zu praktizieren. Diese Arbeit geschieht in großer Selbständigkeit und in der Regel unter ehrenamtlicher Leitung. Mitglieder dieser Kreise sehen sich verantwortlich auch für die Weltgebetstags-Arbeit, für die Ausrichtung der Gemeinde- und für Seniorenfeste, für Kontakte zu einer anderen Frauenhilfe, zu Kreisen der katholischen Gemeinde und der Partnergemeinde NeuZauche.

 

Zwei Bibel-Frühstücksrunden eröffnen Teilnahme-Möglichkeit auch für jüngere Gemeindeglieder. Die Uerdinger Gruppe trifft sich alle 14 Tage zu kursorischer Bibellektüre unter der Leitung des Pfarrers. Die Linner Gruppe tagt in den ungeraden Monaten; hier steht die evangelisch-katholische Ökumene im Vordergrund. Dieser Kreis wird abwechselnd von der katholischen Gemeindereferentin und der Pfarrerin geleitet. Beide Kreise bieten die Chance, den eigenen Glauben in christlicher Gemeinschaft zu reflektieren, über Glaubens- und Lebensfragen ins Gespräch zu kommen und die Sprachfähigkeit in Glaubensfragen zu verbessern.

 

Eine Meditationsgruppe unter der Leitung einer versierten Meditationsleiterin ergänzt das Angebot.

 

Eine niederschwellige Möglichkeit für ältere Menschen, Kontakt zur Gemeinde aufzunehmen, sind die Seniorenfeste. Im Advent werden in beiden Bezirken die ab 70-Jährigen eingeladen, zu Andacht, Kaffeetafel und anschließenden musikalischen und anderen Darbietungen zusammen zu kommen. In Linn wird außerdem zum Sommerfest für die Älteren eingeladen.

 

Feste in der Gemeinde sind Ausdruck der Arbeit in der Gemeinde und des Zusammenseins verschiedener Generationen und Interessengruppen. Die Teilnahme an der Krefelder Nacht der Offenen Kirchen kommt dem Wunsch nach konzentrierter Auseinandersetzung mit einem Thema, nach besonderen Andachtsformen und kirchenmusikalischen Darbietungen entgegen.

 

In Linn ist die Kirchengemeinde Gründungsmitglied und neben der katholischen Gemeinde und dem Bürgerverein Träger des Seniorenclubs Em Cavenn. Anstellungsträger für die hauptamtliche Leitung, Eigentümer des Gebäudes und verantwortlich für die korrekte Buchführung ist der Caritas-Verband der Region Krefeld. Hier wird für die älteren und alten Menschen ein Kurs- und Gruppenangebot vorgehalten, das den Menschen aktive oder passive Teilhabe an einem regen Clubleben die ganze Woche über ermöglicht. Für über 100 Mitglieder und viele weitere Gäste auch aus den umliegenden Stadtteilen wird hier ein attraktives Programm vorgehalten, das von Malkursen bis zum Internetcafé und von Einzelvorträgen bis zu Festen und Feiern reicht. Mit dem Ziel der Stadtteilarbeit wird vom Seniorenclub eine erfolgreich arbeitende Kleiderstube (Sammlung und Abgabe von Second-hand-Kleidung) verantwortet. Ein kleiner regelmäßiger Mittagstisch für die alten Menschen ergänzt das Angebot.

 

 

7. Kirchenmusikalische Arbeit

 

Die kirchenmusikalische Arbeit wird hauptamtlich durch den Kirchenmusiker versehen. Er sorgt für den Orgeldienst in allen Gottesdiensten beider Gemeindebezirke, auch in Schul- und Altenheimgottesdiensten einschließlich der Amtshandlungen mit Ausnahme der Bestattungsgottesdienste. Die Gemeinde hält eine B-Stelle vor, die z.Zt. mit einem A-Musiker besetzt ist.

 

Im Kindergarten macht der Kantor den Kindern auf spielerische Art Lust auf Musik. Die musikalische Früherziehung gehört zum Konzept der Kindertageseinrichtung.

 

Kinderchor, Gospelchor, Kirchenchor, Senioren-Singkreis und Posaunenchor (unter ehrenamtlicher Leitung) gestalten im Wechsel unter der Leitung des Kirchenmusikers die besonderen Gottesdienste der Gemeinde und bieten ein breites Repertoire.

 

Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Konzerttätigkeit. Die Michaelskirche eignet sich vor allem für Orgelkonzerte. Hier werden auch große Kantatengottesdienste und Chorkonzerte, oft im Verbund mit befreundeten Chören veranstaltet. Die Johanneskirche eignet sich besser für Kammermusik. Hierbei musiziert der Kirchenmusiker solo oder gemeinsam mit Instrumentalisten oder Sängern; manchmal lädt er Gäste ein, zu konzertieren.

 

Dementsprechend hält die Gemeinde ein großes Instrumentarium und umfangreiches Notenmaterial vor. In der Michaelskirche gibt es neben der großen Van-Vulpen-Orgel eine weitere Chororgel und eine Truhenorgel. In der Johanneskirche steht ebenfalls eine Orgel zur Verfügung. Außerdem sind ein Flügel, zwei Klaviere, ein elektronisches Cembalo, ein Keyboard und Orffsche Instrumente im Gebrauch.

 

Der Förderkreis für Kirchenmusik der Evangelischen Kirchengemeinde Uerdingen e.V.  stellt zusätzliche Geldmittel zur Verfügung, um die kirchenmusikalischen Aktivitäten in der Gemeinde zu unterstützen. Er tut das in Form von Zuschüssen für die Anschaffung und Instandhaltung der Instrumente, für die Arbeit der Chöre (Anschaffung an Notenmaterial) und für aufwändige Konzerte. Auch an den Kosten für Werbemittel beteiligt sich der Förderkreis.

 

 

 

8. Seelsorge und Diakonie

 

Haus- und Krankenbesuche stehen in der Verantwortung der Pfarrer. Sie werden unterstützt durch mehrere Besuchsdienstkreise, die die Geburtstagsbesuche bei den alten Gemeindegliedern übernehmen.

 

Auf Anfrage machen die Pfarrer Besuche im Krankenhaus oder zu Hause, insbesondere bei schwer Kranken und Sterbenden. Auch aus den Altenheimen werden sie für Gespräche mit Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitenden angefragt. Oft schließen sich Einzelgespräche an die Gottesdienste in den Häusern an.

 

Die Gemeinde steht in der Verantwortung für ein Alten- und Pflegeheim: das Haus im Park. Dieses Altenheim umfasst 80 Pflegeplätze. Der größte Anteil der BewohnerInnen ist demenzkrank und wird durch speziell geschulte Fachleute betreut. Die Einrichtung zeichnet sich durch eine große Außenanlage aus, die insbesondere auf die Bedürfnisse der dementiell veränderten Bewohner abgestimmt ist.

Das Altenheim wird durch die Evangelische Altenhilfe Krefeld gGmbH  betrieben, die drei weitere Alten- und Pflegeheime und einen ambulanten Pflegedienst verwaltet. Die Gemeinde ist als Minderheits-Gesellschafter durch die Pfarrerin und zwei weitere Mitglieder des Presbyteriums an der Entwicklung der Gesellschaft beteiligt. Die aktuelle Arbeit wird durch einen Beirat begleitet, in dem ebenfalls eine Uerdinger Vertreterin ehrenamtlich mitarbeitet.

 

An der Brockensammlung zugunsten der Von-Bodelschwinghschen Einrichtungen beteiligt die Gemeinde sich dauerhaft durch die Aufstellung zweier Altkleidercontainer am Turm der Michaelskirche.

 

Menschen in besonderer Notlage benötigen spezielle Hilfen im diakonischen Bereich. Hier stehen die Einrichtungen und Dienste des Diakonischen Werkes Krefeld-Viersen den Gemeindegliedern zur Verfügung.

 

 

9. Öffentlichkeitsarbeit

 

Der Gemeindebrief ist das besondere Presseorgan der Gemeinde. Mit vier Ausgaben pro Jahr bietet er in Rückblick und Vorschau einen umfassenden Einblick in das Gemeindeleben mit seinen unterschiedlichen Facetten. Außerdem soll aufmerksam gemacht werden auf die Arbeit unseres Kindergartens und des Altenheims sowie auf die verschiedenen Angebote und Einrichtungen des Diakonischen Werkes Krefeld-Viersen.

 

Als aktuelle Ergänzung zum Gemeindebrief werden Flyer und Informationsbroschüren über die verschiedenen Veranstaltungen und Termine herausgegeben, insbesondere im Bereich Kirchenmusik. Ansprechende Plakate weisen ebenfalls auf die nächsten Veranstaltungen hin.

 

Die Homepage der Gemeinde (www.uerdingen-evangelisch.de) entspricht den modernen Seh- und Informationsgewohnheiten. Eine Büromitarbeiterin pflegt die Website.

 

Die Gemeinde nutzt die Organe anderer Anbieter, um ein größeres Publikum auf eigene Veranstaltungen aufmerksam zu machen. Veröffentlichungen in der örtlichen Presse werden über das Pressereferat des Kirchenkreises weitergegeben.

 

Die Gemeinde nimmt an besonderen Märkten in Uerdingen teil (Herbst-, Nikolausmarkt…). Der Kindergarten und andere Gemeindegruppen bestücken den Stand; außerdem liegt Informationsmaterial aus.

 

 

10. Gemeindeleitung und Verwaltung

 

Das Presbyterium leitet die Kirchengemeinde. Es trägt die Verantwortung für die Erfüllung des Auftrages der Kirchengemeinde gemäß Artikel 1 der Kirchenordnung (vgl. Artikel 15.1 der KO).

 

Es ist zusammengesetzt aus acht gewählten PresbyterInnen (nicht nach Bezirken getrennt), einem Mitarbeiterpresbyter und den beiden Pfarrern der Gemeinde.

 

Das Presbyterium bildet – zusammen mit berufenen Mitgliedern - Fachausschüsse für einzelne Arbeitsbereiche, z.B. für Theologie, Gottesdienst und Kirchenmusik, Finanzverwaltung und Gebäude, Diakonie und Jugendarbeit. Zusätzlich bestehen in unserer Gemeinde Ausschüsse für den Kindergarten, für Öffentlichkeitsarbeit, zur Erstellung des Gemeindebriefes, Bezirksausschüsse, die die Besonderheiten der Teilbereiche der Gemeinde berücksichtigen, und ein Personalausschuss. Nach außen vertreten Presbyteriumsmitglieder und sachkundige Gemeindeglieder die Interessen der Gemeinde: in der Altenhilfe-Gesellschaft, im Kuratorium Em Cavenn und in den Förderkreisen für Kirchenmusik und den Kindergarten.

 

Die innere Gemeindeleitung geschieht in Zusammenarbeit der Pfarrstelleninhaber mit den Mitgliedern des Presbyteriums und den haupt- und nebenamtlich Mitarbeitenden der Gemeinde, insbesondere mit dem Gemeindebüro.

 

 

11. Ökumene und Partnerschaftsarbeit

 

Die Gemeinde pflegt Kontakt mit ihrer Partnergemeinde Neu Zauche im Spreewald. Seit 1984 finden Besuche von kleinen und größeren Gruppen statt: im einen Jahr fahren Uerdinger Gemeindeglieder dorthin, im anderen kommen Neu Zaucher nach Uerdingen zu Besuch. Die Gemeinde-Partnerschaft lebt von langjährigen persönlichen Freundschaften, bei denen auch zwischen den Begegnungen Kontakt gehalten wird.

 

Die Beziehung zu unserer katholischen Nachbargemeinde St. Nikolaus ist seit einigen Jahren geprägt von einem sehr wohlwollenden, geschwisterlichen Miteinander. Die Pfarrer, der Diakon und die Gemeindereferentinnen treffen sich in etwa zweimonatlichem Abstand, um sich auszutauschen über die Themen, die die beteiligten Gemeinden und die Ökumene betreffen. Inzwischen besteht so viel Vertrauen, dass sie nicht nur konstruktiv miteinander, sondern nach Absprache auch stellvertretend füreinander agieren, z.B. bei den Schulgottesdiensten. Auch bei Kirchenkaffees nach gemeinsamen Gottesdiensten, zwischen evangelischen und katholischen Gruppen und besonders in den ökumenischen Bibelkreisen wird ein reger, freundlicher Austausch gepflegt, in dem das Interesse aneinander und das Verständnis für die andere Konfession beständig wächst.

 

Der Weltgebetstag der Frauen hat unabhängig von offiziellem Wohlwollen all die Jahre stattgefunden. Hier ist eine starke Basis in den beteiligten Gemeinden entstanden, die das Verständnis füreinander und im Bezug auf die weltweite Ökumene gestärkt hat.

 

Die Abundant Life Ministries sind seit vielen Jahren in der Turmkapelle der Michaelskirche zu Gast. Es handelt sich um eine kleine Gruppe anglophoner Afrikaner, die aus verschiedenen  kirchlichen und freikirchlichen Traditionen zusammengesetzt ist.

 

Seit Anfang 2019 feiert auch die Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde St. Andreas regelmäßig ihre Gottesdienste in der Turmkapelle.

 

Seit dem Jahr 2012, in dem mehrere Kennenlerngespräche stattgefunden haben, besteht eine nachbarschaftliche Beziehung zur Neuapostolischen Kirche.

 

In Uerdingen findet jedes Jahr ein Bußgang aus Anlass der Zerstörung der Uerdinger Synagoge am 10. (!) November 1939 statt. Der Pfarrer organisiert meist mit Unterstützung von Schülergruppen oder Gemeindegruppen den Gang von St. Peter zur Gedenktafel in der Bruchstraße und zur Michaelskirche (oder umgekehrt). Zu Zeiten haben auch Vertreter der Krefelder Synagogengemeinde den Bußgang begleitet.

 

Die Gemeinde ist durch Abgeordnete des Presbyteriums in der Krefelder Arbeitsge-meinschaft Christlicher Kirchen (ACK) vertreten. Gerne haben Gemeindegruppen an früheren Großveranstaltungen in der Stadt teilgenommen. Auch an fast allen bisherigen „Nächten der offenen Kirchen“ in Krefeld hat sich die Gemeinde gerne und mit großem Gewinn beteiligt.

 

 

12. Zielsetzung der Gemeindearbeit

 

Die Arbeit aller Kreise, Gruppen und Einrichtungen in der Gemeinde hat das Ziel, christliche Existenz und Verantwortung durch Stärkung der Gemeindeglieder im Glauben zu leben. Das evangelische Gemeindeprofil der einzelnen Gruppen und Arbeitszweige gilt es dabei in großer Freiheit zu stärken und zu fördern. Sowohl die Kerngemeinde als auch die ferner Stehenden sollen angesprochen werden und sich in den Arbeitszweigen der Gemeinde verorten und beteiligen und neue anregen können.

 

Dabei ist uns die Orientierung am Wort Gottes Maßgabe und Richtschnur für unseren Glauben und unser Leben. In zahlreichen Gottesdiensten und Andachten, auch für die verschiedenen Altersgruppen und innerhalb der Gemeindekreise, feiern wir Gottes Liebe und Treue uns Menschen gegenüber und werden gesandt in das alltägliche Leben als einzelne ChristInnen und als Gemeinschaft.

 

Dies geschieht auch in ökumenischer Verbundenheit mit der katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus und in enger Zusammenarbeit mit den Partnern der Gemeinde (Fördervereine, Evangelische Altenhilfe Krefeld, Seniorenclub Em Cavenn, Diakonisches Werk usw.).

 

13. Perspektiven der Gemeindearbeit

 

Im Hinblick auf die Zielsetzung der Gemeindearbeit bleibt das Wissen um die Vorläufigkeit allen menschlichen Handelns. Im Vertrauen auf Gottes Zusage an seine Schöpfung und in unserer Taufe bleibt der Gemeinde die Aufgabe, die vielfältigen Gaben Gottes zu entdecken, zu nutzen und zu fördern.

 

Nicht zuletzt unter dem Druck sinkender Gemeindeglieder-Zahlen und finanzieller Mittel sehen wir die Notwendigkeit, in Bezug auf alle Arbeitsfelder und Aufgabenbereiche über alte und neue Wege der Gemeindearbeit nachzudenken.

 

Die erneute Reduzierung der Pfarrstellen auf anderthalb Stellen zwingt uns, Aufgaben zusammenzufassen, auf andere Schultern zu legen bzw. Partnerschaften zu bilden und ggfs. auch manches Liebgewordene aufzugeben. Dabei wollen wir aus der Not gerne eine Tugend machen, indem wir nicht bei der Trauer über den Verlust stehen bleiben, sondern neu gewonnene Kooperationen und Veränderungen als neue Chance betrachten.

 

Im Bezug auf die Gottesdienste treten wir in eine Erprobungsphase ein, bei der das Ziel ist, die Zahl zu reduzieren und trotzdem einen guten Weg für die Bedürfnisse der Gemeinde zu finden. In Zukunft soll versuchsweise pro Sonntag nur noch ein Gottesdienst stattfinden im wöchentlichen Wechsel zwischen beiden Kirchen. Uns ist bewusst, dass es dadurch weniger Möglichkeiten geben wird, im Sonntagsgottesdienst Taufen zu feiern. Wir werden daher ausprobieren, welche anderen Zeiten für Taufgottesdienste sinnvoll sind.

 

Weiterhin beschäftigen wird uns die Pflege der Gebäude der Gemeinde. Insbesondere die Michaelskirche hat in den letzten Jahren einige Verbesserungen der Heiztechnik, Beleuchtung und Beschallung erfahren. Nichtsdestotrotz ist sie ein Denkmal, das weiterhin eine regelmäßige Pflege braucht, um erhalten zu werden. Die Klinker-Außenhaut des Turms der Michaelskirche ist in naher Zukunft zu sanieren.

 

Die längst begonnene Planung für den Neubau und die Erweiterung der Kindertages-einrichtung an alter Stelle im Uerdinger Norden wird weiter verfolgt.

 

Das ehemalige Gemeindehaus in Gellep-Stratum soll nach der Nutzung durch unsere Kindertageseinrichtung einem neuen Zweck im Bereich Kirche und Diakonie zugeführt werden.

 

Diese Konzeption ist gemäß der Gemeindeentwicklung fortzuschreiben und gegebenenfalls anzupassen oder zu ergänzen.

 

 

14. Leitbild der Gemeindearbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Uerdingen

 

Von der Gründung der Gemeinde an war das Siegelbild und später das Logo der Gemeinde auf Psalm 1,3 bezogen. Sicher hat die unmittelbare Nähe zum Rhein den Ausschlag gegeben, diesen Vers und dieses Bild zu wählen. Tatsächlich trifft die Eröffnung des Psalters genau die Zielsetzung der Gemeinde: in Gott und seinem Wort verwurzelt zu sein und danach zu leben, ist Grundlage und Aufgabe jedes einzelnen Gemeindegliedes und der gesamten Gemeinde.

 

„Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen

noch tritt auf den Weg der Sünder

noch sitzt, wo die Spötter sitzen,

sondern hat Lust am Gesetz des Herrn

und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht!

 

Der ist

wie ein Baum,

gepflanzt an den

Wasserbächen, der

seine Frucht bringt zu

seiner Zeit, und seine

Blätter verwelken

nicht.

Und

was er

macht, das gerät wohl.

 

Aber so sind die Gottlosen nicht,

sondern wie Spreu, die der Wind verstreut.

Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht

noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.

Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten,

aber der Gottlosen Weg vergeht.“                (Psalm 1)

 

 

Uerdingen, im April 2019

 

 

 

 
Bild1
Bild2
Bild3
Bild4