Aktuell

Bernd Liffers

Kirchenmusik in Corona-Zeiten                    

 

Es ist jetzt ein Jahr her, dass in Deutschland der erste Mensch positiv auf Corona getestet wurde. „Patient 1“ hieß er damals. Seitdem hat sich unser aller Leben sehr verändert. Der Lockdown über Ostern war sehr schmerzhaft. Die Chorgemeinde, die RheinVoices, der Senioren-Singkreis, der Posaunenchor, die Kinder im Kindergarten und im KiGoSa, alle Stimmen mussten verstummen – kein gemeinsames Singen ist seither mehr möglich. Dabei hatten wir uns vorher immer wieder zugerufen: „Singen macht glücklich“. 

Im Sommer konnten wir zumindest im Freien zusammenkommen und singen. Als es kälter wurde auch in kleinen Gruppen in der Kirche. Aber Gesang im Gottesdienst bleibt tabu. 

Ich weiß nicht, wie die Situation ist, wenn Sie diese Zeilen lesen. Aber es wird die Zeit kommen, in der wir wieder gemeinsam singen können. 

 

Am 20. März 2020 haben wir damals unseren YouTube-Kanal freigeschaltet. Wir wollten damit den Kontakt zur Gemeinde aufrechterhalten und haben seitdem viele Lieder, Songs, Choräle, Orgel- und Cembalo-Musik und jeden Sonntag einen Gottesdienst im Internet veröffentlicht. Vielleicht stöbern Sie einmal in diesem Archiv. Sie finden den Kanal im Internet bei YouTube unter „musikuerdingen“. Wenn Sie dann auf „Videos“ klicken, finden sie alle 114 Videos, die wir in nun 45 Wochen produziert haben. Bei den „Playlisten“ im Kanal finden sie auch die Reihe „augenblickmal“ mit Videos zur Kunst in der Michaelskirche. Sie wird noch weiter wachsen.

Bei vielen dieser Produktionen aus unserem „küchenstudio“ waren auch Sänger:innen der Chöre, der Posaunenchor und Instrumentalist:innen aus der Gemeinde beteiligt.

Auch gab es Kooperationen mit anderen Gemeinden wie Heiligenhaus, Krefeld-Süd und Waldniel.

Dem ersten, noch mit dem Handy produzierten Video folgten unzählige Aufnahmen mit langsam verbesserter Technik und „learning by doing“. 23-tausendmal wurde unser Kanal schon aufgerufen und für viele war diese Verbindung zur Gemeinde ein Lichtblick in schwierigen Zeiten. Wir sind uns bewusst, dass diese digitale Kommunikation kein Ersatz für reale Begegnungen sein kann und doch, für die Zeit nach Corona, eine wertvolle Ergänzung zum Gemeindeleben ist.            BL