Andacht KW12

Lied Jerusalem

 

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen,

„wir gehn hinauf nach Jerusalem“ heißt es in einem neueren Kirchenlied. Aufgenommen werden hier Bibelzitate, die den Weg Jesu bis ans Kreuz beschreiben. Jesus weiß, was ihn erwartet. Er kämpft mit sich selbst, wie an der Szene im Garten Gethsemane gut zu erkennen ist. Aber er ist schließlich bereit, den Weg ins Leiden zu gehen. So können wir wissen, dass Gott in Jesus Christus an unserer Seite ist – gerade in Zeiten großer Ungewissheit, Krankheit und auch im Sterben. Er leidet mit uns und lässt uns nicht allein.

Viele Menschen sind verunsichert durch Berichte über das Fortschreiten der Corona-Epidemie. Die Maßnahmen, die jetzt ergriffen werden müssen, um Menschen zu schützen, den Verlauf der Epidemie abzumildern und das Gesundheitssystem zu entlasten, können wir verstehen, aber wir fürchten sie auch. Auch in unserer Gemeinde werden keine Gruppentreffen mehr stattfinden – solange wie es nötig scheint. Schweren Herzens haben wir uns dazu entschlossen. Es ist für uns sehr schwierig, weil Kirche von der Gemeinschaft und dem gemeinsamen Gebet und Hören auf Gottes Wort lebt. Wir werden kurzfristig entscheiden, ob Gottesdienste noch stattfinden können – unsere Michaelskirche ist so groß, dass man nicht dicht gedrängt sitzen muss.

Wir bitten unsere Gemeindeglieder, gerade jetzt auf ihre Nachbarn, Chorfreunde und Frauenhilfeschwestern usw. zu achten und telefonisch im Kontakt zu bleiben – um den alleinlebenden die Zeit der Einschränkungen zu erleichtern und ihnen ein Zeichen zu geben, dass sie nicht allein gelassen sind. Und wir bitten Sie um Ihre Gebete für uns alle, die wir von der Krise in unserem Land und fast weltweit betroffen sind. Vielleicht so:

„Unbegreiflicher, liebender Gott,

Wir bitten dich für uns alle

angesichts des neuartigen Virus‘, der die Welt erstarren lässt.

Gib allen Verantwortlichen Weitsicht.

Schütze alle, die den Kranken helfen wollen und sollen.

Sei bei den von Krankheit betroffenen Familien und Freundeskreisen.

Und hilf uns, uns selber zu schützen,

aber gib uns viele gute Ideen,

damit wir niemanden in dieser Zeit allein lassen.

Lass den Kindern die Zeit nicht zu lang werden.

Schütze uns alle. Amen.

 

Übrigens: die Zeit, die man nach den Empfehlungen zum Hände-Einseifen braucht, ist exakt so lang wie ein Vaterunser…!

 

Vater unser im Himmel,

                        geheiligt werde dein Name.

                        Dein Reich komme.

                        Dein Wille geschehe,

                           wie im Himmel, so auf Erden.

                        Unser tägliches Brot gib uns heute.

                        Und vergib uns unsere Schuld,

                           wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

                        Und führe uns nicht in Versuchung;

                           sondern erlöse uns von dem Bösen.

                        Denn dein ist das Reich und die Kraft

                           und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

                        Amen.

 

Es grüßt Sie herzlich

Heike Klute, Pfarrerin