Taufe

Sakrament

Die Taufe ist ein Sakrament, eine heilige Handlung. Durch die Taufe wird dem, der getauft wird, versichert, dass Gott sich ihm zuwendet und uneingeschränkt Ja sagt zu diesem Menschen. Eine Beziehung entsteht, ein Bund wird geschlossen zwischen Gott und dem Getauften, die einem Kindschaftsverhältnis ähnlich ist. Alles, was diese Beziehung beschädigen könnte, wird symbolisch abgewaschen. Das Wasser versinnbildlicht den Tod des Menschen, aus dem Gott ihn rettet in das ewige Leben. Der Heilige Geist Gottes hilft dem Menschen, sich Gott immer wieder zuzuwenden und ein Leben im Glauben an Gott zu führen.

 

Kirchenmitgliedschaft

Durch die Taufe wird die Zugehörigkeit zur Kirche begründet; sie ist sozusagen die „Eintrittskarte“ in die Kirche. Wer in unserer Gemeinde getauft wird, ist damit zugleich Glied der Evangelischen Kirchengemeinde Uerdingen, der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), aber auch der weltweiten und die Zeiten übergreifende Christenheit.

 

Weil das so ist, legen wir Wert darauf, dass die Gemeinde bei der Taufe auch anwesend sein kann. Taufen in der Evangelischen Kirchengemeinde Uerdingen finden im Gemeindegottesdienst am Sonntagvormittag statt.

 

Eine „ökumenische“ Taufe (parallel zur ökumenischen Trauung) gibt es nicht. Die Taufe stellt den Getauften in eine konkrete Gemeinde und Konfession (= Bekenntnis). Aber in den meisten christlichen Kirchen wird die Taufe in den anderen Kirchen anerkannt, wenn sie mit Wasser und im Namen des dreieinigen Gottes vollzogen worden ist. Beim Wechsel der Kirchenzugehörigkeit wird also meist die schon vollzogene Taufe anerkannt. Das mag insbesondere Eltern, die verschiedenen Kirchen angehören, trösten, wenn sie sich für die Taufe ihres Kindes in der einen oder anderen Kirche entscheiden müssen.

 

Das „richtige“ Taufalter: Kinder-, Konfirmanden-, Erwachsenentaufe

Ursprünglich wurden nur Erwachsene nach einem gründlichen Katechumenat (= Taufunterweisung) getauft. Die Taufbewerber konnten ihr eigenes Bekenntnis ablegen, nachdem sie sich ausführlich mit dem christlichen Glauben auseinandergesetzt hatten. Auch heute werden Erwachsene getauft. Auch jetzt geht der Taufe eine Unterweisung voran, deren Inhalte und Intensität davon abhängen, wieweit der Täufling sich schon kundig gemacht hat.

 

Daneben ist in unserer Kirche die Taufe von Kindern, besonders Säuglingen, üblich. Da das eigene Bekenntnis hier nicht die Grundlage sein kann, wird das Kind auf den Wunsch und den Glauben der Eltern hin getauft. Sie versprechen, für eine Erziehung im christlichen Sinn zu sorgen. Durch Kinder- und Schulgottesdienst, Angebote für Kinder in der Gemeinde, Religionsunterricht in den Schulen und vor allem den Konfirmandenunterricht unterstützt die Gemeinde die Eltern in diesem Auftrag. Am Ende des Konfirmandenunterrichtes steht dann idealer Weise das eigenständige Bekenntnis des als Kind Getauften.

 

Inzwischen kommt es häufiger vor, dass noch nicht getaufte Jugendliche zum Konfirmandenunterricht angemeldet werden. Dann tritt die Taufe üblicherweise an die Stelle der Konfirmation. Durch die Konfirmandentaufe werden dieselben Rechte begründet wie bei der Erwachsenentaufe, bei der der Täufling sofort in alle Rechte und Pflichten eines (konfirmierten) Gemeindegliedes eingesetzt wird. Eine Konfirmation (= Bestätigung!) ist dann nicht mehr nötig.

 

Taufhandlung

Die Taufe findet im Sonntagsgottesdienst statt. Nach der Predigt wird der „Taufbefehl“ gelesen: Jesus Christus spricht: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. Darum geht hin und macht zu Jüngern alle Völker. Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie halten alles, was ich euch aufgetragen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäusevangelium, Kapitel 28).

 

Dann sprechen (der Täufling), die Eltern und Paten mit der Gemeinde das Apostolische Glaubensbekenntnis, mit dem wir uns auf den dreieinigen Gott beziehen.

 

Eltern und Paten werden vor der Gemeinde gefragt, ob sie wollen, dass das Kind getauft wird, und ob sie ihren Beitrag zur christlichen Erziehung leisten wollen.

 

Jugendliche und erwachsene Täuflinge werden gefragt, ob sie an Gott, den Schöpfer, an Jesus Christus, Gottes Sohn und an den Heiligen Geist Gottes glauben.

 

Die Taufe wird dadurch vollzogen, dass dem Täufling dreimal Wasser über den Kopf gegossen wird und dazu die Taufformel gesprochen wird: „ (Name), wir taufen dich in den Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“

 

Danach wird der Taufspruch zitiert. Die Paten können ihre guten Wünsche sagen. Der Segen Gottes wird für den Getauften, die Eltern und die Paten erbeten.

 

Ein Gebet für den Getauften und ein Tauflied schließen die Taufhandlung ab.

 

Taufspruch

Dem Getauften wird ein Wort zugesprochen, das ihn ein Leben lang begleiten soll. Es ist ein Segen oder ein Zuspruch oder eine Aufforderung zu einem Leben, das Gott gefällt. Weil die Bibel für den Glauben eines Christen grundlegend ist, entnehmen wir den Taufspruch auf jeden Fall der Bibel. Dieser Taufspruch wird auch in die kirchlichen Urkunden eingetragen. Diesen Bibelvers können Eltern oder Paten (bzw. der Täufling selbst) auswählen.

 

Wir verzichten hier darauf, eine Liste von Taufsprüchen aufzuführen. Zur Auswahl blättern Sie doch einfach in Ihrer Bibel. In vielen Ausgaben gibt es fettgedruckte Stellen. Die sind meist gut geeignet.

 

Im Internet gibt es eine Seite der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), auf der Taufsprüche aufgeführt und auch kurz erklärt sind: taufspruch.de. Sehr lesenswert!

 

Patenamt

Nach Möglichkeit sollen dem Täufling Paten an die Seite gestellt werden. Sie haben die Aufgabe, das Taufkind in seinem Leben und in seiner Entwicklung als Christ aktiv zu begleiten. Sie versprechen bei der Taufe, dass das Kind über den christlichen Glauben informiert wird.

 

Es ist ein besonderes Vertrauensverhältnis, um das die Eltern die Patin und den Paten bitten. Zugleich ist es ein kirchliches Amt, in das die Paten sich mit der Taufe ihres Patenkindes rufen lassen. Das setzt voraus, dass sie selber Mitglied einer christlichen Kirche sind. Wenn sie zur Evangelischen Kirche gehören, müssen sie konfirmiert (oder als Erwachsene getauft) sein. Eine entsprechende Bescheinigung („Patenschein“, nicht „Taufbescheinigung“!) stellt die Kirchengemeinde (Gemeindebüro, Pfarramt) aus, in der die Paten wohnen.

 

Paten müssen nicht mit ihrem Patenkind verwandt sein. Viele Eltern suchen Paten aus unter dem Aspekt „wenn uns mal was passiert“. Das Patenamt bindet aber weder die Paten noch das Jugendamt in juristischer Hinsicht. Wenn Sie Vorkehrungen treffen wollen für den Fall, dass Sie nicht mehr selber für ihr minderjähriges Kind sorgen können, sollten Sie sich unbedingt juristisch beraten lassen und entsprechende schriftliche Vorkehrungen treffen.

 

 

Fotografieren und Filmen im Gottesdienst

Nach reichlich schlechten Erfahrungen mit ungeübten Fotografen, die die Taufe eher behindern und die Aufmerksamkeit stattdessen auf sich ziehen, hat das Presbyterium beschlossen, dass generell während eines Taufgottesdienstes nicht gefilmt oder fotografiert werden darf. Das, was bei der Taufe geschieht, lässt sich nicht auf Filme oder andere Medien bannen. Daher wollen wir uns lieber auf das Taufgeschehen konzentrieren und für den Täufling beten. Nach dem Gottesdienst wird auch in der Kirche genügend Gelegenheit sein, Erinnerungsfotos aus verschiedensten Perspektiven zu machen! – Das gilt auch für Handys und andere Aufnahme-Medien!

 

Links

Neben der schon erwähnten Internetseite taufspruch.de finden Sie weitere Informationen auf der Seite unserer Landeskirche ekir.de. Sehr informativ sind auch die Seiten www.evangelisch-das-ganze-leben.de und www.evangelisch.de.

 

Beachten Sie bitte bei anderen Internetseiten und auch bei Büchern und Informationsschriften zum Thema, dass in anderen Landeskirchen und insbesondere auch der katholischen Kirche oft andere Regeln herrschen!

 

Heike Klute

 
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